Roaring twenties…. ein Ausflug in die 20 er Jahre

Einen Besuch der Ausstellung des LVR „Mythos Neue Frau“ in der Tuchfabrik Müller in Euskirchen Kuchenheim hatten wir schon lange geplant. Jetzt war es endlich soweit.

Mein Interesse galt in der Hauptsache den berühmten Charlestonkleidern, die dort gezeigt werden sollten.

Ich wurde nicht enttäuscht, aber diese Ausstellung ist mehr.

Sie zeigt die Entwicklung der Mode für Frauen und den Beginn der Emanzipation.

Aber von Anfang an. Wie ist ihre Taillenweite? Mit Sicherheit mehr als die der Damen damals , im Kaiserreich ,a ls die Sans Ventre Mode aktuell war. 78cm und weniger wurde damals erwartet, das war nur mit Korsett von frühester Jugend an zu erreichen.Sans Ventre heißt nämlich ohne Bauch , dafür wurde Wert auf die Rückansicht gelegt.

Kinder und Jugendliche wurden im Kaiserreich gern in Matrosenkleider und Matrosenanzüge gekleidet. Die ganz große Mode, weil der Kaiser als Kind von Oma, Queen Victoria, einen Matrosenanzug geschenkt bekommen hatte.

 

Paul Pioret Modeschöpfer aus Frankreich begann damit die Frauen von ihren Unterröcken und Korsetts zu befreien.

Der 1.Weltkrieg half dann auch kräftig dabei und die Lebenslust der Tanz auf dem Vulkan der 20er Jahre begann. Charleston, Bubikopf und Mini modern.

Die Frau fuhr Auto , machte Sport.

Es gab extra Sportkleidung, so z. B. einen Automantel, den man über die normale Kleidung zog. Und es gab Steuern, auf Fahrräder, in Frankreich.Denn Radfahren war die ganz große Mode.natürlich auch in entsprechender Kleidung.

Aber all das war natürlich nur für die ,die es sich leisten konnten. Wissen sie was ein Toilettenmarkt ist? Nun mit dem Örtchen hat das nicht viel zu tun. Frauen ärmerer schichten konnten sich nur dort Kleider kaufen, die abgelegten Kleider der reichen Damen.Und die mussten sie tragen, bis sie faktisch auseinanderfielen.

Deswegen war es eine Revolution als die großen Kaufhäuser aufmachten, da gab es Kleider von der Stange ,nicht nur für reiche, sondern auch für nicht so nicht so betuchten , es gab Ullstein Schnitte. Man konnte sich was chices selber nähen.

Aber die Kleider der ärmeren haben natürlich nicht so oft überlebt wie die Kleider der Reichen.Deshalb war es schon aufschlussreich auch, die Kleider der ärmeren Frauen in der Ausstellung zu finden.

Nach dem verloren Krieg, mussten Frauen die keinen Mann hatten oder ihn auf den Schlachtfeldern Flanderns verloren hatten, arbeiten gehen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten dafür waren die bisher getragenen Kleider denkbar ungeeignet, also wurde alles vereinfacht, tragbarer gemacht.

 

Übrigens auch die reiche Frau kaufte gern im Kaufhaus ein.Schöne neue Konsumwelt. das hielt nur leider , wie wir wissen nicht lange. Und die 30er Jahre brachten auch die längeren Röcke zurück.

Ach ja und dann kam Mode auf wie sie Coco Chanel berühmt gemacht hat, aus Jersey.

Man könnte das alles heute noch tragen, meinen sie? Nun theoretisch schon, nur würde keine Frau aus heutiger Zeit,und sei es das sie die Figur einer Twiggy hätte, in eines dieser Kleider passen.Denn man muss bedenken, die Frauen, die das trugen waren mit Korsett aufgewachsen, und damit viel schlanker, als Frau heute jemals sein könnte.

Tuchfabrik Müller

Carl Koenen Str.

53881 Euskirchen

Eintritt 4€ Erwachsene

Di-Fr 10:00H -17:00H

Sa/So 10:00-18:00H

bis 17.11.2019

Parkplätze vor Ort.

 

 

 

 

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Eine Antwort zu Roaring twenties…. ein Ausflug in die 20 er Jahre

  1. Kleine Brise schreibt:

    Danke für diese ausführliche Beschreibung. Ich habe mich erinnert, dass ich als Kind am Korsett meiner Mutter gezogen habe…
    Kleine Brise aus Bremen

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