Von Mönchen und der Nitribitt

 

Benediktinerabtei Brauweiler

Die im Kölner Umland beheimatete Benediktinerabtei Brauweiler blickt auf eine bewegte fast 1000 jährige Geschichte zurück.

Im Jahr 2020 wird sie ihren „Geburtstag“ feiern und kann so einiges erzählen.

Gegründet von Pfalzgräfin Mathilde, einer Tochter Kaiser Ottos und der in Köln bestens bekannten byzantinischen Prinzessin Theophanu, war sie nicht nur reich , sondern auch mit Privilegien ausgestattet.Barockisieret Abbildung Mathildes im Kaisersaal

Von einer Abtei spricht man , wenn einem Kloster auch umliegende Gemeinden gehören, Der Abtei stand der Abt vor, der auch die sogenannte hohe und niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Er konnte also Todesurteil aussprechen und vollstrecken lassen.

Einem „normalen“ Kloster stand dagegen der Prior vor.

Richezza

Pfalzgraf Ezzos Tochter Richezza war mit dem König von Polen verheiratet, Als er starb kam sie ins Rheinland und förderte die Gründung ihrer Eltern, die Abtei Brauweiler. Sie überließ den Mönchen ihren Schmuck, um damit eine Kirche zu bauen, in der Richezza auch begraben werden wollte. Dieser Wunsch erfüllte sich für sie leider nicht,Richezza wurde in Köln begraben.

100 jähriger Maulbeerbaum

Im Garten der Abtei gibt es einen weithin bekannten Maulbeerbaum, der noch von Ezzo und Mathilde gepflanzt worden sein soll. Fachleute stellten fest , er ist wohl 1000 Jahre alt.

1802 wurde die Abtei von den Franzosen, die das Rheinland besetzten ,aufgelöst. Der letzte Abt, Anselm Aldenhoven hatte allerdings etwa 9 Jahre zuvor das Kloster im barocken Stil ausgestalten lassen ,wie uns der Kaisersaal und auch der Äbtesaal heute eindrucksvoll zeigen.

Hinter der barocken Fassade im Innenhof verbirgt sich noch die ursprüngliche, romanische Fassade,wie man in dem folgenden Bild sehen kann.ursprüngliche romanische Fassade

Der letzte Abt von Brauweiler zog übrigens nach Auflösung der Abtei nach Köln in das dortige Benediktinerkloster, wo er von den Franzosen eine Rente erhielt. Nicht weil er Abt gewesen war, diese Rente erhielt jeder Bürger der 70 Jahre und älter war.

Die Abtei wurde von den Franzosen als als Bettlerdepot genutzt.

Nach dem die Preussen 1815 das Rheinland übernommen hatten, entstand in der Abtei Brauweiler eine Arbeits- und Erziehungsanstalt. Das Frauenhaus aus dieser Zeit ist als einziges erhalten.Frauenhaus heir war auch die Nitribitt bei ihren Aufenthalten untergebracht

Während der nationalsozialistischen Zeit nutzte die Gestapo die Abtei für ihre Zwecke. Der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer und seine Frau waren hier 1944 inhaftiert im Rahmen des Hitlerattentats am 20. Juli .

Aus dem Arbeitshaus wurde, in den Zeiten der Bundesrepublik ,eine Psychiatrie. Dort wurden Alkoholiker und Prostituierte untergebracht. Auch die Frankfurter Edelprostituierte Rosemarie Nitribitt, die so spektakulär in den 50er Jahren ermordet wurde, war dort mehrfach untergebracht. Es soll ihr, dem Vernehmen nach, gefallen haben.

Heute wird die Abtei wieder anders genutzt der LVR hat nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten ein Museum daraus gemacht, in dem auch Konzerte stattfinden.

Man kann sogar die verschiedenen Räume für Veranstaltungen anmieten .

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