Bitte wenden sie… unterwegs im Braunkohletagebau

 

Schnurgerade zieht sich die Autobahn von Ausfahrt zu Ausfahrt. Keine noch so kleine Einmündung, kein Feldweg nebenbei ,nichts. Das Land links und rechts so weit man es sehen kann , langweilig platt.

Gelegentlich säumt die Autobahn ein fast ebenso langweiliger Wall links und rechts.Zur Aufmunterung gelangweilter Autofahrer hat man hier alle paar hundert Meter die „Bäume des Jahres „angepflanzt. So lernt man Eiche , Esche ,Wacholder und so weiter kennen, ob man will oder nicht, erfährt man wann denn der entsprechende Baum „Baum des Jahres „ war.

Aber halt. Abwechslung ist nahe in der Eintönigkeit.

Plötzlich erwacht das Navigationsgerät zum Leben.

Es ertönen solche geisterhaften Anweisungen wie „bitte wenden Sie“, Biegen Sie links ab“ An der nächsten Ecke scharf rechts“. Und dabei zeigt das verrückte Navigationsgerät, nein nicht die vor uns liegende Autobahn, sondern die Straßen der nahen Vergangenheit.

Wir sind im Gebiet des Braunkohletagebaus. Die Autobahn musste , wie die Straßen den gierigen Bagger weichen und wurde, man konnte sie schliesslich nicht völlig unter den Tisch fallen lassen, ein paar hundert Meter weiter wieder aufgebaut.

Das weiß das Navi nicht, denn dafür hätte ihm eine neue Karte installiert werden müssen, nur warum ? Die Reminiszenzen der jüngsten Vergangenheit treten nur hier auf, sie schaden nicht, die reale Autobahn hält die Geister in Schach.Ganz gerade führt sie weiter, keine Abfahrt stört die Gespenster aus dem Navigationsgerät. Es wird wohl noch eine ganze Weile zu hören sein das“bitte wenden Sie“ auf der Autobahn im rekultivierten Braunkohletagebaugebiet.

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