Die Sache mit der Toleranz

 

„Köln stellt sich quer“ so nennt sich ein Zusammenschluss diverser Organisationen und Menschen, der erst vor ganz kurzer Zeit aus Anlass des Parteitages der AFD in Köln von sich reden machten.

Sie pochen auf Toleranz.Darauf das köln eine tolente Stadt sei , immer schon gewesen sei.

„Leben ud leben lassen“ so könnte man auch sagen.

Im Lutherjahr möchte auch Köln nicht außen vor stehen.

Also wird im Historischen Archiv der Stadt Köln die Ausstellung „Hilliges Köln 2.0 – Auf dem Weg zur religiösen Toleranz“ präsentiert.

Das klingt erst einmal ,a sl ob das Bündnis „Köln stellt sich quer „ recht hätte, mit der Behauptung das köln schon immer tolerant war.

Nur dazu muss man die Ausstellung eben besuchen.

Die auf den ersten Blick langweiligen Urkunden zeigen nämlich ein ganz anderes Bild vom ach so toleranten Köln .

Zuerst einmal gab es vor der Reformation im Abendland nur Christen und Juden.

Juden, die wurden von den Kölnern schon früh 1349 und wieder 1424 vertrieben.

Die Juden waren keine Kölner Bürger ,sie wurden vom Erzbischof geschützt und den mochten die Kölner bekanntlich auch nicht. Und vertrieben ihn nach Bonn in der Schlacht von Worringen.

Toleranz sieht anders aus.

Dann erschien Luther auf der Bildfläche der Weltgeschichte.

Was ihm bekanntermaßen unter anderem nicht gefiel , der Ablasshandel, einer der bekanntesten Ablassprediger Johannes Tetzel, ist hier in einer Urkunde erwähnt.

Ablass vereinfacht“Zahle Geld, erspare Dir Jahre des Fegefeuers“

Die Reformation war auch nichts für die „toleranten“ Kölner.

Protestanten durften sich in Köln nicht niederlassen, sie durften kein Land erwerben waren keine Bürger,durften wenn sie denn in der Stadt wohnten, was Ausnahmen waren, ihre Toten nicht begraben.

Toleranz? Sieht anders aus.

Das alles änderte sich erst mit … Napoleon, also eigentlich der französischen Revolution..

Zumindest auf dem Papier.

Die Kölner ließen sich, nach dem der Wiener Kongress das Rheinland dem Königreich Preussen zugesprochen hatte, bei der Fertigstellung ihres Doms vom preussischen König , einem Protestanten, helfen. Sei mussten hinnehmen das nun Protestanten und Juden in der Stadt Wohnten lebten und Grund und Boden erwarben.

Die Kinder gingen in konfessionelle Schulen . In zahlreichen Schulen wurde über andersgläubge ganz gut geschimpft, wie der Brief eines altkatholischen Bürgers an den Rat beweist der sich darüber beklagt das seine Tocht in der katholischen Schule Beschimpfungen seitens des Lehrers ausgesetzt war.

Auch diese Tatsache wurde in der ausstellung durch passende Dokumente bewiesen.

1933 ist bekannt. Dazu ist nichts hinzufügen oder zu bemerken.

1945 bekommt die Geschichte der im Augenblick so gern und viel beschworeren Toleranzdann den passenden Hintergrund in einer Rede des OB Pünder , in der er die Toleranz beschwört.

Das war Auslöser der Geschichte der angeblich schon immer vorhandenen Toleranz der Kölner.

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