Kleine Steinchen , Fische und eine emanzipierte Frau

 

Ein Besuch im nun 40 Jahre alten römisch Germanischen Museum in Köln ist immer wieder ein Erlebnis. Entworfen von Heinz Röcke und Klaus Renner, steht es über den Resten einer römischen Stadtvilla. Besonders sind die Großen Panoramafenster, die von der Domplatte einen Blick auf das Dyonisos Mosaik und das Poblicius Grabmal gewähren.

 

Köln ,ursprünglich eine Ansiedlung der Ubier , dann eine römische Militärsiedlung verdankt seinen Aufstieg einer hier geborenen , emanzipierten einflussreichen Frau. Agrippina der jüngeren. Verheiratet mit Kaiser Claudius , ihr Sohn Nero, sieht ja eigentlich ganz harmlos aus, oder? Man kann sich gar nicht denken , das dieser nette Jüngling Rom niederbrannte. Glücklicherweise nicht Köln. Die Dame hier ist übrigens Agrippinas Mutter , auch eine Agrippina.  Nero war nur der Adoptivsohn von Claudius, der hatte einen eigenen Sohn Brittanicus und als er Agrippina heiratet , sorgte die dafür das er ihren Sohn aus erster Ehe adoptierte , weil Nero älter als Brittanicus war, wurde er wie es sich die schlaue Agrippina ausgerechnet hatte, Kaiser.

Poblicus war übrigens ein römischer Soldat der sich nach 25 Jahren Dienstzeit , ausgestattet mit einer sehr guten Abfindung in Köln niederließ. Auf seinem Grabmal ließ er sich allerdings als Redner darstellen, wie man der Schriftrolle in seiner Hand unschwer erkennen kann.

Das Dyonisos Mosaik wurde mitten im Krieg 1941 ausgegraben, man wollte wohl an dieser Stelle einen Bunker bauen. Aber schon 1844 wurde in Köln ein anderes, ebenso schönes Mosaik ausgegraben, das Philosophen Mosaik.Die Bilder von Platon und Aristoteles fehlten bei der Entdeckung und wurde von J..J. Rambaux nach 1850 ergänzt. Während das Dyonisos Mosaik noch an seinem ursprünglichen Standort ist, wurde das Philosophen Mosaik ins Museum verlegt. Ursprünglich wurde es in der Nähe des Neumarktes gefunden.

Am liebsten mag ich ja die Gläser.

Wie das Diatret Glas, das den griechischen Spruch „Trinke, damit du gut lebst“ zeigt.

Oder das Fadenglas

Auch die Fische , ursprünglich Salbgefäße sind wunderschön.

Besonders ist der Achillespokal, der in einem Grab gefunden wurde.Verziert mit Emaille, zählt er zu den weltweit schönsten Gläsern.

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Ich mag aber auch die beiden Taubenfläschchen , den Muschelpokal und mir gefällt das blau des Doppelhenkelbechers.

Ich habe auch immer den römischen Schmuck sehr bewundert, wie diese Torfibel. Wie exakt dieses kleine Schmuckstück ausgeführt wurde.Zum Vergleich das historische Modell des Nordtores von Köln.

Besonders ulkig fand ich immer die Siegelringe. Eigentlich nicht so etwas mitreißendes, frage ich mich immer wer wohl diesen speziellen Siegelring getragen haben mag, der so groß ist, dass er noch nicht einmal auf einem Daumen getragen werden könnte.

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Dabei , wenn man die Rekonstruktion eine römischen Reisewagens sieht, der kann auch nicht sonderlich bequem gewesen sein.

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Alles in allem man sollte mal das römisch germanische Museum besuchen.

Römisch germanisches Museum Köln

Roncalliplatz 4

Köln

Eintritt Erwachsene 9 Euro

Öffnungszeiten Di -So 10:00H -17.00H

 

 

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