Enigmas Vorgänger….

DSC09787

Die Übermittlung von Nachrichten fanden wir ja schon lange spannend. So besuchten wir auch vor vielen Jahren das Arithmeum in Bonn, da sie eine Enigma in ihrem Besitz haben. Enigma, die berühmte Chiffriermaschine des 2. Weltkrieges. Diesmal gingen wir noch einen Schritt weiter und sahen uns den optischen Telegraphen in Köln Flittard an. Ein gar nicht uninteressantes Gerät, aus der Zeit als man normale Post mit Pferd und Wagen in Tagen und Wochen zustellte.DSC09785

 

1833 war Start. Die Preußen waren ,wie so oft in jüngerer Zeit im Rheinland , die Verursacher. Der Optische Telegraph war ein reine militärische Einrichtung mit 62 Stationen von Berlin nach Koblenz. Nur militärische Nachrichten wurden verschickt, erzählte uns der heutige Besitzer des Hauses.Deshalb wurde die Telegraphenlinie nur auf preußischem Gebiet gebaut.DSC09790Auf, wie der Besitzer erklärte, 120 qm wohnten zwei Familien von Telegraphisten. Zwei wurden benötigt, weil ein Mann die Nachricht von der vorhergehenden Station mit dem Fernrohr ablas, dieses Zeichen dann dem anderen durch sagte, dieser stellte dann den optischen Telegraphen und der erste ging zum anderen Fernrohr und sah nach ob die nächste Station das eingestellte auch richtig erkannt und weiter gegeben hatte.DSC09789 Ein Zeichen von Berlin bis nach Koblenz, soweit ging nämlich der optische Telegraph benötigte etwa 20 Minuten, ein Telegramm normaler Länge( fasse dich kurz galt auch hier) brauchte etwa 2-3Std. Nach einem Telegramm war immer eine halbe Stunde Pause ,erklärte uns der heutige Besitzer des Telegraphen.Das ständige ,mit dem durch das Fernrohr schauen müssen, wäre sonst zu anstrengend für den Telegraphisten geworden. Ich habe mit Absicht von Zeichen gesprochen, denn der Telegraph übermittelte keine Buchstaben, sondern hatte die Möglichkeit mit seinen 6 Armen ,die parallel in drei Ebenen angeordnet waren , wobei jeder arm 4 Stellungen einnehmen konnte, 4096 unterschiedliche Zeichen zu zeigen.

In Berlin und in Koblenz gab es ein Codebuch, damit man die Telegramme chiffrieren und dechiffrieren konnte. Deshalb Eingangs die Erwähnung der Enigma.

Der Telegraph wurde übrigens nur bis 1849 genutzt, dann war gab es eine Revolution in der Telegraphie , man konnte elektrisch mit Morsezeichen telegraphieren und der optische Telegraph hatte ausgedient.

Das Haus in Köln Flittard ,in dem sich heute der optische Telegraph befindet , ist in Privatbesitz und kann leider nur am Tag des offenen Denkmals besichtigt werden.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Köln abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Enigmas Vorgänger….

  1. ODIE schreibt:

    Toller Bericht und ein echt interessantes Thema. GLG Odie

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.