Auf den Spuren des Festungsrings um Köln

Es begann mit der Ausstellung „Köln, Metropole des Westens 1914“, wo ein Plan des Kölner Festungsringes zu sehen war.

Köln; eine Festungsstadt? Das wollten wir genauer wissen.

Rund um Köln errichteten die Preußen ab 1815 zwei Festungsgürtel mit insgesamt 182 Befestigungsbauten, Forts und sonstige Befestigungen. Man wollte nicht Köln schützen, sondern hatte Angst vor den Franzosen. In Köln war nämlich ein Übergang über den Rhein, die waren damals nicht so reichlich gesät, wie heute. Die nächsten Möglichkeiten über den Rhein zu kommen, nach Köln, waren Wesel und Koblenz. Am Festungsring wurde viele Jahrzehnte gebaut, auch weil die Preußen, nach Napoleon, kein Geld hatten,das änderte sich erst 1870/71 als nach dem deutsch/französischen Krieg die Franzosen Milliarden Goldmark Reparationen zahlen mußten,brauchte man für den äußeren Festungsgürtel nur noch wenige Jahre. eine heute viel befahrene Straße , der Militärring, verband wie der Name schon verrät, die Befestigungen miteinander und war selbstverständlich Sperrgebiet und die zivile Nutzung verboten.

Das und noch viel mehr erfuhren wir bei einem Besuch des Kölner Festungsmuseums im ehemaligen Zwischenwerk VIIIb , nahe des Rheinufers am Militärring gelegen.

 

Die Mitglieder des Vereins“Kölner Festungsmuseum e.V.“bemühen sich hier um die Wiederherstellung und den Erhalt des alten Bauwerkes. Alle Forts und Zwischenwerke im äußeren Festungsring wurden nachdem gleichen Bauplan gebaut . Sie unterscheiden sich nur durch die Fassade und kleinere Einzelheiten. Das Zwischenwerk VIIIB hat so als Besonderheit , eine Zugbrücke, die vom Verein wiederhergestellt wurde.DSC08071

Der Versailler Vertrag sah nach dem 1. Weltkrieg vor, das alle Festungsbauten zerstört, geschleift nannte man das damals, werden sollten. Dem damaligen Oberbürgermeister Kölns, Konrad Adenauer, ist der teilweise Erhalt einiger, weniger Befestigungsanlagen zu verdanken. Noch mehr haben die Kölner aber eigentlich dem damaligen Gartenbaudirektor Fritz Encke zu verdanken, der in den 20er Jahren die Pläne machte, zur Verwirklichung der Idee Adenauers einen Grüngürtel auf dem ehemaligen Gelände der Festungsringe zu bauen. Fritz Encke plante Gärten , Sportplätze, Waldschulen auf dem Gelände und bot so die Möglichkeit einer friedlichen Nutzung der ehemaligen militärischen Anlagen.

So wurde auf dem Dach des Zwischenwerkes VIIIB ein Garten mit Brunnen angelegt. Leider ist die Anlage im Augenblick ,durch jahrzehntelange Vernachlässigung , in keinem guten Zustand, Die Vereinsmitglieder bemühen sich  sehr die Anlage wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Aber es ist wie überall , eine Frage der Finanzen.

Trotzdem ein Besuch der Anlage und Festungsmuseums, das übrigens kostenlos ist und Führungen durch engagierte Vereinsmitglieder  anbietet,lohnt sich ganz sicher.

Kölner Festungsmuseum

Öffnungszeiten: jeden 1. und 3. Samstag im Monat 12:00H bis18:00H

Führungen um 12:00H; 14:00h und 16:00H

Militärring (Ecke Konrad Adenauer Straße)

Parken: P+R Heinrich Lübke Ufer

Straßenbahn Linie 16und Bus 130 Haltestelle Heinrich Lübke Ufer

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