Köln 1914 Metropole des Westens….

…. die Fortsetzung von „zwischen Gestern und Heute“

Wir haben uns entschlossen ,auch den 2.Teil der Ausstellung „Köln 1914 Metropole des Westens“ im Kölner Stadtmuseum( Zeughaus) zu besuchen.

Zunächst einmal , diese Ausstellung ist viel umfangreicher, als der im Museum für angewandte Kunst gezeigte Teil. Wir finden, leider , obwohl die Ausstellung interessant ist, sie ist in Teilen ein wenig „am Thema vorbei.

Eigentlich soll es ja wohl um Köln als Wirtschaftsmetropole unmittelbar vor Beginn des 1. Weltkrieges gehen, nur es wurde auch viel aus den Kriegsjahren gezeigt, was wir nicht so gut fanden.

Man muß nicht immer alles ganz genau wissen…

Trotzdem es war eine Freude dort wieder Bilder von Heinz Kroh, dem Kölner Genremaler zu finden. Heinz Kroh Selbstbildniss 1915 Und es war sehr spannend Köln damals und heute zu vergleichen. Was gab es damals und was ist davon heute geblieben ,oder wie sieht es heute aus.Köln hatte vor dem 1. Weltkrieg schon chice Kaufhäuser, wie Tietz, das gibt es noch heute und gegenüber das Kaufhaus Palathium, das gibt es auch noch so ähnlich, nur es heißt eben heute anders, oder im Augenblick gar nicht( da muß erst ein neuer Mieter einziehen).

Viele Veranstaltungen fanden auf dem Neumarkt statt, wie die Truppenparade zu Kaisers Geburtstag. Parade der Kölner Garnison Neumarkt 1914

Hätten Sie die Hohe Straße erkannt?Hohe Straße Köln 1914 Heinz Kroh

Damals war das eine vornehme Straße ,mit für damalige ,tollen Geschäften , auf der man abends auch noch ausging, ins Kino oder ins Restaurant.Auf diesem Bild wird sie als Stereoskopie dargestellt. man sieht durch zwei Linsen , wie ein Fernglas in einen Kasten, es entsteht der Eindruck, optische Täuschung, als ob man die Szene dreidimensional sehen würde..

Das ließ sich bei unserm Foto leider nicht so ganz darstellen, der Apparat hat ja auch nur eine Linse.

Neben dem Hauptbahnhof fuhren die Bahnen  in die Vororte ab.Abfahrtstelle der vorortbahnen am Kölner Hauptbahnhof 1914

„Schieber tanzen verboten“ das kann man auf einem der beiden Bilder von Heinz Kroh die Tanzszenen darstellen lesen. Schieber? Nun damit ist Tango gemeint, damals sehr chic.

Schuhe wie die Dame auf diesem Bild von Heinz Kroh aus dem Café Hindenburg haben wohl fast alle heutigen Frauen im Schrank, Pumps, die gab es damals auch schon.Café Hindenburg , köln 1916 Heinz Kroh

Köln war Festungsstadt. Rund um das damalige Köln herum waren Forts und Befestigungen gebaut, die mußten nach Versailler Vertrag dann nach dem Krieg teilweise abgebrochen werden. Konrad Adenauer, der damalige ,recht rührige Oberbürgermeister Kölns , sorgte für die teilweise Erhaltung und baute den Grüngürtel auf dem nun frei gewordenen Gelände.

Übrigens, das ist nicht irgendeine Scheibe Brot.Kriegsbrot AdenauerBrot 1915 Das ist eine Scheibe Adenauerbrot. Konrad Adenauer hat so manche Erfindung zum Patent angemeldet und dieses Brot hat er entwickelt, als im 1. Weltkrieg das Getreide knapp wurde. Ich mag gar nicht wissen was da genau drin ist.

Schwarz war dann im Krieg die vorherrschende Farbe bei den Damen, vorher war es bunt., sehr chic, aus Paris.

Und die Sache mit dem Sport treiben, ist auch nicht erst in heutiger Zeit aufgekommen, das war schon vor dem 1. Weltkrieg modern.

Motorräder gab es auch schon zu Kaiser Wilhelms Zeiten, wie dieses Exemplar von 1905 , ein original Frontmotorrad, zeigt. original Frontmotorad Köln 1905Der Kaiser war übrigens immer und überall präsent.

Nicht nur auf Bildern, wie hier, wo er gleich als erstes in der Ausstellung zu sehen ist, sondern seine Reden wurden auch auf Schallplatte  aufgezeichnet und er war auf Weihnachtsschmuck ebenso gegenwärtig , wie auf Porzellan, egal ob für die Großen oder für die kleinen Bürger seines Reiches.Man war eben sehr patriotisch. obwohl nicht alle die gleichen rechte hatten. es galt das 3 Klassen Wahlrecht, das nach Höhe der gezahlten Steuern und nach dem Stand entschied, wieviel eine Stimme wert war. Adlige hatten mehr zu sagen , als das Bürgertum. Trotzdem man veröffentlichte im Krieg Listen mit den zu Weihnachten zur Front gesandten Liebesgaben.

Übrigens auch Bomben gab es schon, nicht so wie im 2. Weltkrieg, aber immerhin, es gab einen Plan zum Schutz des Domes, sollte er bombardiert werden und man gab den Bürgern die Möglichkeit Schutzräume aufzusuchen, sollte Köln bombardiert werden. Im Museum zum Beispiel.

Also nicht wie im nächsten Krieg mit Bunkern.Pläne hingen aus für den „direkten Weg zur Westfront.“Luftangriffe wurden übrigens auch gern von Zeppelinen geflogen, wie auf diesem Bild vom Zeppelin Angriff auf Antwerpen . Zerstört wurde auch ganz heftig etwas, wie auf diesem Bild aus Guny, wieder eine Stereoskopie.

Die Ausstellung läuft noch bis 19. April 2015.

Kölnisches Stadtmuseum Zeughausstr. 1-3

Die: 10:00-20:00H, Mi-So 10:00-17:00H

Museum für angewandte Kunst

An der Rechtsschule

Di-So 11-17:00H

 

 

 

 

 

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2 Antworten zu Köln 1914 Metropole des Westens….

  1. kristallundrosen schreibt:

    Ich fand oder finde es auch schade, das man die Bilder von Kroh sonst nicht sieht, ich fand der hat … einfach toll gemalt, man konnte das so gar nicht fotografieren, leider.
    Lg KuR

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  2. Kleine Brise schreibt:

    Schade, dass das keine Daueraustellung ist.

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