Zwischen gestern und heute

… die Ausstellung „Köln 1914..Metropole im Westen“

Die Ausstellung wurde als Triple Ausstellung konzipiert, im Stadtmuseum, in der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv und im Museum für angewandte Kunst. Jeder der drei teilnehmenden Veranstalter hat einen eigenen Schwerpunkt, Kunst, Wirtschaft, Kölner Unternehmen.

Wir besuchten das Museum für angewandte Kunst, daß sich dem künstlerischen Aspekt der Zeit direkt vor und im 1. Weltkrieg widmet. Schwerpunkt ist die Ausstellung des Werkbundes 1914, die dann mit Ausbruch des Krieges sofort abgebrochen wurde.

Ich fand es interessant, die Stadt heute mit dem Köln 1914 zu vergleichen.Pharos Plan Cöln mit Werkbundgelände

So gab es einen Stadtplan der Innenstadt, der den Besuchern der Ausstellung des Werkbundes mit der Eintrittskarte überreicht wurde. Bisher war ich immer der Meinung , die Innere Kanalstraße sei erst nach dem 2 .Weltkrieg gebaut worden. Hier zeigte sich , die Kanalstraße in der Streckenführung fast wie heute, war schon vor dem 1.Weltkrieg existent, nicht so groß ausgebaut wie heute, aber es gab sie von der Weisshausstraße bis zur Flora, bis zum Rhein, nur die Zoobrücke, die ist ein Produkt der Zeit nach dem 2.Weltkrieg.

 

Wer weiß heute schon, daß die Hohe Straße, die es natürlich schon zu römischer Zeit gab,damals eine Amüsiermeile mit Geschäften im Hochpreisniveau war. Da ging die vornehme Welt hin, wenn sie einkaufen wollte oder Unterhaltung suchte.Heinz Kroh Hohe Strasse 1914

Das heutige Opernhaus,das weiß ich steht am Platz der Synagoge Glockengasse, sehr groß und wie man nachlesen kann , in entsprechenden Büchern, sehr prächtig , im maurischen Stil. Das Opernhaus damals, gebaut 1902, stand am Habsburgerring und war eines der größten seiner Zeit.  Auch damals gab es schon .. das Opernhaus Restaurant, die später am neuen Platz so genannten Opernterrassen. Wie der Werbung 1914 für dieses Restaurant entnehmen können .. ein „erstklassiges Weinrestaurant“. Ich kannte die Opernterrassen der Neuzeit, die wirklich nicht zum Renommee der Stadt beitrugen.Werbung Opernrestaurant

Man spielte in der Oper 1914 „die Marketenderin von Humperdinck , eine Uraufführung . die Kostüme, ich denke , die gefallen noch heute. Wagner war fester Bestandteil des Repertoires der Oper 1914. Und die „Entführung aus dem Serail“ hatte wunderschöne Kostüme. Unser letzter, gar nicht lange zurückliegender Besuch in der Oper, wir gestehen in Bonn, rief die Frage auf: Was hat bitte Fidelio mit Schuhen zu tun? Es wurden ständig Schuhe sortiert in dieser Aufführung. Da wünscht man sich doch, die Opernhäusern würden ein wenig mehr traditionell sein. nicht altmodisch, das nicht, Aber das Stück, das gespielt wird sollte, so wie es 1914 bestimmt war, wenigstens als das  zu erkennen sein, wie es der Autor und Komponist vorgesehen hat.

Ganz besonders faszinierte uns auch eine Werbung für den Zoo. Da wird mit einem „vornehmen Restaurant“ geworben. Wir haben das neue Zoorestaurant gerade erst besucht und werden diesen Besuch mit Sicherheit nie wiederholen.Entführung aus dem Serail

Die Modelle der Gebäude , die für die Werkbundauststellung von van der Velde ,Gropius oder auch der Glaspavillon von Traut, waren sehr beeindruckend.

Überhaupt der Werkbund, die Werkbundausstellung , heute ist auf diesem Gelände der Rheinpark zu Hause.Ob es noch Gebäude aus der Zeit der Werkbundausstellung gibt , wissen wir leider nicht.

Plan Werkbundglände

Die Ausstellung ist sehr sehenswert. Festzustellen , was anders ist, was verschwunden ist, wie die Treppe des Domes und was überdauert hat, ist eine spannende Angelegenheit.Paul Prött Typendruck 1914 Cöln Dom

Nur eines , das war nicht so gut, mit einem Augenzwinkern müssen wir bitten:Kann man nicht etwas gegen den harten Steinboden im Museum unternehmen? Uns tun noch heute die Füsse und Gelenke weh.

 

Museum für angewandte Kunst , An der Rechtsschule

Kölnisches Stadtmuseum Zeughausstr.

Eintritt je Ausstellung 5 € zusammen 8€

Öffnungszeiten Di-So. 11:00-17:00H Montag geschlossen

Rheinisch Westfälisches Wirtschaftsarchiv, Gereonstr .

Eintritt frei. Öffnungszeiten Mo-Do 09:00-16:30H Fr 09:00-15:30H

 

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