Doppelkirche, geklaute Engel und Romanik

Auf der Suche nach einer Krippe ,die wir noch nicht kennen, besuchten wir die Kirche St. Maria und St. Clemens, die romanische Doppelkirche in Schwarzrheindorf.DSC05584

Die Krippe wurde von dem seinerzeit berühmten Münchner Krippenkünstler Sebastian Osterrieder(1864-1932) 1926 an die Gemeinde geliefert.

Die Krippe ist im sogenannten „neuen Stil“gehalten. die Figuren sind aus einem Gipsgemisch auf Draht gestaltet und beweglich.

Osterieder besuchte zu Studienzwecken das damalige Palästina, weshalb die Figuren und das Interieur sich um Authentizität bemühen.

Auf Grund des leider sehr verbreiteten Diebstahls, muß die Krippe unter der Woche leider abgebaut werden, da die Gemeinde niemanden hat, um auf die Krippe aufzupassen. Schließlich werden bereits die zur Krippe gehörigen Engel schmerzlich vermißt. Die dargestellt Szene „Anbetung der Hirten“ ist die erste von drei möglichen Krippendarstellungen.

Aber auch die romanische Kirche lohnt einen Besuch. Die von Erzbischof Arnold von Wied um 1150 in Auftrag gegebene Privatkapelle wurde 1151 in Anwesenheit zahlreicher einflußreicher Freunde des Erzbischofs, wie man auf einem am Eingang hängenden , kunstvoll bestickten Tuch , nachlesen kann.DSC05634

Arnold von Wied wurde in seiner Kirche , wie er es wünschte , beigesetzt. Nach seinem Tod 1170,verwandelte seine Schwester Hedwig die Kirche in eine Klosterkirche der Benediktinerinnen .Die Kirche  mit zahlreichen Kunstwerken ausgestattet,ist mit den umfangreichsten romanischen Wandmalereien nördlich der Alpen geschmückt..

Sie stellen die Geschichte des Propheten Ezechiel aus dem alten Testament, sowie die Lebensgeschichte von Jesus dar. Die Malereien gewinnen übrigens, wie wir feststellten an Farbigkeit, wenn man mit Blitzlicht fotografiert.Leider ist die Beleuchtung der Kirche nicht so besonders, schade.

Eine achteckige Öffnung im Gewölbe der Vierung verbindet die beiden Kirchen. der Blick von unten, durch die Oberkirche, an die bemalte Decke, ist sehr reizvoll. Ebenso schön ist allerdings der Blick von der Oberkirche nach unten.

 

 

Ein achteckiger „Jerusalemleuchter“von Theo Meistermann 1993 gestaltet, schmückt die Öffnung. Von solchen Leuchter aus der Romanik sind nur noch drei Originale erhalten, in Aachen, Hildesheim und Großcromberg. Die Figuren,Engel, sind aus Holz geschnitzt und die Scheiben der Türme ,sowie die Teller der Kerzenhalter,sind aus Alabaster.Die  Engel stellen sogenannte „Wächterengel“ dar, deren Vorbilder in der Kathedrale zu Reims zu finden sind.

Meistermann kam nach Schwarzrheindorf, um den im Hof befindlichen Marienbrunnen seines verstorbenen Freundes Jochen Pichau, zu vollenden.

Die Oberkirche ist wochentags geschlossen.

Schwarzrheindorf, Autobahnabfahrt Bonn Beul Richtung Bonn Villich

 

 

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2 Antworten zu Doppelkirche, geklaute Engel und Romanik

  1. kristallundrosen schreibt:

    Hallo Ingrid, entschuldige das das so lange dauerte mit dem freischalten, der Rechner hat aufgegeben. Vielen dank für die guten Wünsche LG KuR

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  2. Ingrid schreibt:

    Es ist lange her, dass ich mal dort war, aber deine Bilder machen Appetit, wieder hinzufahren. Es ist so eine wunderschöne kleine Kirche.
    Ich wünsche auch dir/euch ein gutes Neues Jahr, Ingrid

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