Zwischen Rathaus und Universität, eine Reise vorzugsweise durch das vergangene Jahrhundert

Zwischen Rathaus und Universität in Bonn versteckt sich in einem unscheinbaren Haus eine wirkliche Perle.Schloss Universität

In der Franziskanerstraße 9 findet sich  in einem  etwas verwahrlost wirkenden Haus ,in den oberen Etagen ,das Bonner Stadtmuseum, . Im Erdgeschoß das Café „Blau“ ein eher studentisch geprägtes Café. Eintritt ins Museum, wenn man nicht gerade am 1. Sonntag im Monat kommt( da ist es frei) ist pro Person 2.50€.

Aber was einem dafür alles geboten wird.“Eine Reise von der Römerzeit bis heute“, verspricht das Museum

Wo kann man schon einmal den Vorläufer unserer heutigen Supermärkte bestaunen?und dazu noch fast vollständig eingerichtet. Also mit Konserven und nicht verderblichen Lebensmitteln oder zumindest entsprechenden Packungen.Kolonialwaren geschäft

Schaufenster KolonialwarengeschäftOder wo kann man sich genau ansehen, wie unsere Großmütter noch für die „Schönheit leiden“ mußten? Mit heute mittelalterlich anmutenden Brennscheren , Föhns und Trockenhauben?FrisörsalonFrisörTrockenhaube

Die Dame von Welt zu beginn des 20. Jahrhunderts steckte sich bei entsprechender Gelegenheit Haarteile an, die der Frisör bereits gebrauchsfertig herstellte.

Genauso wie man dort die Anfänge der Photographie in einem authentischen Fotoatelier bewundern kann.Fotoatelier2Damals legte man Wert auf ein vornehmes Umfeld , man wollte schließlich zeigen wer man war, wenn man zum Photographen ging , deshalb hatte er verschieden Gegenstände in seinem Atelier, als Staffage.

Wer von uns könnte heute noch in Zeiten der digitalen Photographie , die große Plattenkamera bedienen?Kamera Kann man sich heute noch die Anfänge von C&A und all den Modegeschäften vorstellen? Es ist ja noch gar so lange her, da ging man , wenn man denn Geld hatte und ein neues Kleid brauchte zu einer mehr oder weniger talentierten Schneiderin, wartete ein paar Wochen und hatte dann ein mehr oder weniger gut sitzendes Kleid.

Der Modesalon, der hier im Stadtmuseum vorgestellt wird, zeigt die Anfänge der Konfektionsmode in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts.Modeatelier20 Jahre Kleid

Kaum einer weiß noch, das es auch im kurfürstlichen Bonn zu gegebener Zeit Tendenzen gab, sich eine Porzellanmanufaktur einrichten zu wollen.Kurfürst Clemens August von Bayern errichtete eine solche Manufaktur in Poppelsdorf. Nicht sehr erfolgreich. Weshalb er bald das Interesse verlor und Bonn nun deshalb auf ein Reihe von Fayence Manufakturen zurückblicken kann.

Poppelsdorfer Fayence 1Poppelsdorfer Fayence 2  Das Wahrzeichen Bonns ist nicht der ständig propagierte Kussmund , sondern der Bonner Löwe, das Wölfchen genannt , auch im Museum zu bewundern.Bonner Löwe sogen. Wölfchen Wahrzeichen der stadt BonnDer Löwe stand ursprünglich auf dem Münsterplatz . das Motiv , römische Grabkunst, ist eine Nachahmung aus dem mittelalter. Es ist ein altes Gerichtszeichen und war Symbol auf dem Bonner Stadtsieg

Nur die Möbel im vornehmen Salon zu Beginn des 20. Jahrhundert, die würde man teilweise noch heute gern benutzen, so schön sind sie.

SalonObwohl ich persönlich das Speisezimmer etwas dunkel, zu voll finde, sei es hier gezeigt als Beispiel großbürgerlicher Wohnkultur zu Beginn des 20 Jahrhunderts.SpeisezimmerAber ich will auch in diesem Zusammenhang mein Lieblingsbild aus dem Museum zeigen.Karl Nonn Der Bonner Marktplatz mit Rathaus 1929Karl Nonn: Der Bonner Marktplatz mit Rathaus 1929

Da kann man erkennen, wie wenig sich Bonn im Laufe der Jahrzehnte verändert hat. Immer noch  findet auf dem Marktplatz der tägliche Markt statt, wenn auch etwas nach hinten versetzt, so das die Säule in der Mitte freisteht.  Die Straßenbahn fährt nicht mehr überirdisch am Markt vorbei und es ist Fußgängerzone geworden, trotzdem dieses Bild könnte fast heute gemalt sein.

Ich konnte mir gar nicht vorstellen, wozu solche Gefährte wohl gebraucht wurden und wann.Eiswagen um 1946Eiswagen innen

Hier die Lösung:

Von Anfang der 20er bis Ende der 60er Jahre wurde in Bonn eine Mineralquelle genutzt. Heilwasser , wie Gutachter damals angaben, gegen Nieren und Blasenleiden. Die Marke“Bonnaris“ Dieser  Eiswagen wurde 1946 zum Verkauf des  gekühltenWassers und der daraus hergestellten Limonaden genutzt.

Angeschlossen an das Museum ist auch das Ernst -Moritz Arndt Haus, das aber nur zu Sonderausstellungen geöffnet wird.

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